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Abrechnung7 Min. Lesezeit

EBM-Abrechnung fuer Hausaerzte: Wichtige Ziffern und Tipps

Docviant Redaktion·

Was ist der EBM?

Der Einheitliche Bewertungsmassstab (EBM) ist das zentrale Verguetungsinstrument fuer die ambulante aerztliche Versorgung gesetzlich Versicherter in Deutschland. Er wird vom Bewertungsausschuss, bestehend aus Vertretern der Kassenaerztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband, beschlossen und legt fest, welche Leistungen Vertragsaerzte gegenueber gesetzlich Versicherten erbringen und abrechnen koennen.

Jede EBM-Leistung ist mit einer Punktzahl bewertet. Der Orientierungspunktwert, der den monetaeren Gegenwert eines Punktes bestimmt, wird jaehrlich neu festgelegt. Er bildet zusammen mit den regionalen Anpassungsfaktoren die Grundlage fuer die Honorarberechnung.

Die KI-gestuetzte Abrechnungsoptimierung von Docviant unterstuetzt die korrekte Abrechnung aller 2.181 EBM-Ziffern und hilft Hausaerzten dabei, abrechnungsrelevante Leistungen vollstaendig zu erfassen.

Aufbau des EBM: Die Kapitelstruktur

Der EBM ist in mehrere Kapitel gegliedert, die unterschiedliche Leistungsbereiche abdecken. Fuer Hausaerzte sind vor allem die folgenden Kapitel relevant.

Kapitel 1: Allgemeine Gebührenordnungspositionen

Kapitel 1 enthaelt die arztgruppenubergreifenden Leistungen, die von allen Vertragsaerzten abgerechnet werden koennen. Dazu gehoeren unter anderem die Gespraechsleistungen, die Dokumentationspauschalen und bestimmte Vorsorgeuntersuchungen. Die Positionen dieses Kapitels bilden die Basis fuer die Praxisabrechnung unabhaengig von der Fachrichtung.

Kapitel 3: Hausaerztlicher Versorgungsbereich

Kapitel 3 ist das Kernkapitel fuer Hausaerzte. Es enthaelt die Versichertenpauschale, die Chronikerpauschale und die hausaerztlichen Zusatzpauschalen. Diese Positionen machen den Grossteil der hausaerztlichen Abrechnung aus und sind fuer die wirtschaftliche Fuehrung einer Hausarztpraxis entscheidend.

Kapitel 4: Kinderheilkunde

Fuer Hausaerzte mit paediatrischem Versorgungsspektrum sind die Positionen des Kapitels 4 relevant. Die Versichertenpauschale fuer Kinder und Jugendliche ist hier mit hoeheren Punktwerten hinterlegt.

Die wichtigsten EBM-Ziffern fuer Hausaerzte

Versichertenpauschale (EBM 03000)

Die Versichertenpauschale ist die zentrale Abrechnungsziffer im hausaerztlichen Bereich. Sie wird einmal pro Quartal je Patient abgerechnet und deckt die grundlegenden Beratungs- und Betreuungsleistungen ab. Die Hoehe ist altersabhaengig gestaffelt: Fuer Patienten bis 4 Jahre, von 5 bis 18 Jahre, von 19 bis 54 Jahre und ab 55 Jahre gelten unterschiedliche Punktzahlen.

Die Versichertenpauschale ist eine Pauschale, das heisst: Sie wird unabhaengig davon gezahlt, wie oft der Patient im Quartal vorstellig wird. Ob ein Patient einmal oder fuenfmal kommt, die Pauschale bleibt gleich. Daher ist eine effiziente Behandlungsplanung wirtschaftlich sinnvoll.

Chronikerpauschale (EBM 03220 und 03221)

Fuer die Betreuung chronisch kranker Patienten stehen zwei gesonderte Pauschalen zur Verfuegung. Die Ziffer 03220 wird fuer die Behandlung und Betreuung eines Patienten mit mindestens einer lebensveraendernden chronischen Erkrankung abgerechnet. Die Ziffer 03221 kann zusaetzlich abgerechnet werden, wenn in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein persoenlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat.

In einer typischen Hausarztpraxis sind 40 bis 60 Prozent der Patienten chronisch krank. Die konsequente Abrechnung der Chronikerpauschale hat daher einen erheblichen Einfluss auf das Quartalsergebnis.

Hausaerztliche Gespraechsleistung (EBM 03230)

Die Ziffer 03230 kann fuer ein problembezogenes aerztliches Gespraech abgerechnet werden, das mindestens 10 Minuten dauert. Die Leistung ist besonders bei Patienten mit komplexen Problemlagen relevant, etwa bei Multimorbidität oder psychosomatischen Beschwerden.

Geriatrisches Basisassessment (EBM 03360)

Fuer Patienten ab 70 Jahren kann das geriatrische Basisassessment abgerechnet werden. Es umfasst standardisierte Tests zur Beurteilung der Selbststaendigkeit, der Mobilitaet und der kognitiven Leistungsfaehigkeit. Diese Leistung wird haeufig nicht abgerechnet, obwohl sie in vielen Praxen regelmaessig erbracht wird.

Zusatzpauschalen

Neben den Kernleistungen stehen Hausaerzten verschiedene Zusatzpauschalen zur Verfuegung. Die Hautkrebsvorsorge (01745 und 01746), die Jugendgesundheitsuntersuchung (01720) und die Gesundheitsuntersuchung (01732) sind Beispiele fuer Leistungen, die das Abrechnungsspektrum erweitern.

Regelleistungsvolumen und Budget

Das Regelleistungsvolumen (RLV) ist das Kernkonzept der Budgetierung im EBM-System. Es legt fest, welches Honorar ein Vertragsarzt pro Quartal fuer seine EBM-Leistungen maximal erhaelt.

Wie das RLV berechnet wird

Das RLV ergibt sich aus der Multiplikation der arztindividuellen Fallzahl mit dem fachgruppenbezogenen Fallwert. Der Fallwert wird auf Ebene der Kassenaerztlichen Vereinigung (KV) festgelegt und kann regional erheblich variieren.

Leistungen innerhalb des RLV werden mit dem vollen Orientierungspunktwert verguetet. Leistungen, die das RLV ueberschreiten, werden nur noch abgestaffelt oder gar nicht verguetet. Daher ist es wirtschaftlich entscheidend, die Abrechnung so zu gestalten, dass das RLV moeglichst ausgeschoepft, aber nicht regelhaft ueberschritten wird.

Freie Leistungen ausserhalb des Budgets

Bestimmte EBM-Leistungen werden ausserhalb des RLV verguetet und unterliegen keiner Budgetierung. Dazu gehoeren unter anderem Praventionsleistungen, bestimmte Impfungen, Chronikerziffern und Disease-Management-Programme (DMP). Diese Leistungen bieten zusaetzliches Abrechnungspotenzial, ohne das Budget zu belasten.

EBM und GOÄ: Was ist der Unterschied?

Der wesentliche Unterschied liegt im Anwendungsbereich und in der Verguetungssystematik. Der EBM gilt fuer gesetzlich Versicherte und basiert auf Pauschalen und Budgets. Die GOÄ gilt fuer Privatpatienten und erlaubt die individuelle Steigerung des Honorars nach Schwierigkeit und Aufwand.

Fuer Hausaerzte mit gemischtem Patientenstamm bedeutet das, dass sie beide Abrechnungssysteme beherrschen muessen. Eine GOÄ-Abrechnung fuer den gleichen Behandlungsanlass liegt in der Regel deutlich ueber der EBM-Verguetung, was die Bedeutung der Privatpatienten fuer die Praxiswirtschaftlichkeit unterstreicht.

Optimierungspotenziale in der EBM-Abrechnung

Chronikerziffern konsequent abrechnen

Viele Hausaerzte schöpfen die Moeglichkeiten der Chronikerpauschalen nicht vollstaendig aus. Pruefen Sie bei jedem Quartal, ob die Voraussetzungen fuer die Ziffern 03220 und 03221 erfuellt sind, und rechnen Sie diese konsequent ab.

Praeventionsleistungen anbieten

Gesundheitsuntersuchungen, Hautkrebsvorsorge, Impfungen und Krebsfrueherkennung werden ausserhalb des Budgets verguetet. Ein strukturiertes Recall-System fuer diese Leistungen steigert sowohl die Versorgungsqualitaet als auch das Honorar.

Dokumentation vollstaendig fuehren

Die vollstaendige Dokumentation ist Voraussetzung fuer eine korrekte Abrechnung. Der Docviant KI-Scribe unterstuetzt Aerzte dabei, die Behandlungsdokumentation strukturiert und vollstaendig zu erstellen. Die KI erkennt aus der gesprochenen Dokumentation abrechnungsrelevante Sachverhalte und weist auf moegliche EBM-Ziffern hin.

Gespraechsleistung nicht unterschaetzen

Die Ziffer 03230 wird oft nicht abgerechnet, obwohl die Mindestdauer von 10 Minuten in vielen Konsultationen erreicht wird. Insbesondere bei chronisch Kranken und Patienten mit Mehrfacherkrankungen ist ein laengeres Gespraech die Regel.

Fazit

Die EBM-Abrechnung ist komplex, bietet aber auch fuer Hausaerzte erhebliche Optimierungspotenziale. Die konsequente Abrechnung von Chronikerpauschalen, die Nutzung extrabudgetaerer Leistungen und eine vollstaendige Dokumentation sind die drei wichtigsten Hebel fuer ein besseres Quartalsergebnis. KI-gestuetzte Abrechnungstools koennen dabei helfen, keine Leistung zu uebersehen und die Dokumentation effizient zu gestalten.

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